Biographie

Gottfried Silbermann wurde am 14. Januar 1683 in Kleinbobritzsch als jüngster Sohn des Zimmermanns Michael Silbermann geboren.

Im Pfarrhaus von Frauenstein ist im Taufregister unter der Nr. 4 des Jahres 1683 zu lesen:

'Den sechzehnten(Januar) ist Gottfriedt, Michael Silbermanns, Einwohner in Kleinbobritzsch und Hofe -Zimmermanns eheleiblicher Sohn öffentlich getauft und den 14.hs.Morgents umb 5 Uhr geboren worden. Uxor: Anna Maria, Caspar Preußlers, Einwohner zu Großwaltersdorf eheleibliche Tochter. Off.(=Paten) 1) H. Gottfried Dannebergk Ratswerwandder, Bürger und Leineweber alhier, 2) Michael Häber, Voigt auf dem Churfl. Schloße, 3) Sophia, Hans Grimmers, Erb-Richters zu Kleinbobritzsch, Eheweib. Gott gebe dem Kinde Leben und Segen!'
 

 Silbermanns Geburtshaus (Postkarte um 1900)

Silbermanns Geburtshaus
(Postkarte um 1900)

 Silbermanns Geburtshaus 2003

Silbermanns Geburtshaus 2003

Untermarkt in Frauenstein

Untermarkt in Frauenstein

Aus dem bis heute erhaltenen Geburtshaus zog die Familie Ende 1685 in die nahe gelegene Stadt Frauenstein. Durch den Beruf des Vaters von klein auf mit der Holzbearbeitung vertraut, fühlte Gottfried nach eigenen Worten frühzeitig einen "besonderen Trieb zur Orgelbaukunst".

1701/02 folgte er seinem fünf Jahre älteren Bruder Andreas nach Straßburg und ließ sich von ihm zum Orgelbauer ausbilden.

Nach Abschluss der Lehre, mehrjähriger Zusammenarbeit mit seinem Bruder und seiner Tätigkeit als Orgel- und Cembalobauer in Frankreich kehrte Gottfried 1710 nach Sachsen zurück. Zu dieser Zeit besaß er bereits ein ansehnliches Vermögen, über dessen Herkunft noch gerätselt wird.

Wassergasse in Frauenstein

Wassergasse in Frauenstein

Schloss mit Burgruine

Schloss mit Burgruine

Seiner Heimatstadt Frauenstein schlug Silbermann vor, die marode Orgel durch ein etwas kleineres, neues Orgelwerk zu ersetzen und machte ein unschlagbares Angebot: 'Weil Frauenstein mein Vaterland, Gott zu Ehren und der Kirche zu Liebe' - aus diesen Gründen verlangte er für sich keinen Lohn. Nur für die Gehilfen war Lohn fällig. Die Stadt hatte außerdem nur noch die Materialien zum Orgelbau zu bezahlen. Leider fiel dieses Erstlingswerk nicht sehr viel später einem Feuer zum Opfer.

Auf Fürsprache des Leipziger Thomaskantors Johann Kuhnau erhielt er den Auftrag zum Bau der Freiberger Domorgel, die er 1714 fertig stellte.

1723 erhielt Silbermann von Friedrich August I. das Prädikat des Sächsischen Hof- und Landorgelbauers. Ehrenvolle Auslandsaufträge schlug Silbermann aus und beschränkte sein Orgelbauschaffen auf Sachsen und Regionen im heutigen Thüringen und Brandenburg.

Wohn- und Werkstatthaus in Freiberg


1712 bezog er sein Wohn- und Werkstatthaus am Freiberger Schlossplatz. Wegen der günstigen Bedingungen für den Bezug der Baumaterialien und für die Kooperation mit zuliefernden Handwerkern lebte und wirkte er bis zum Lebensende in dieser Stadt. Dabei fertigte er nur das Wichtigste in seiner Werkstatt - alles andere wurde direkt vor Ort ausgeführt.

   

Wohn- und Werkstatthaus in Freiberg

Bis zu seiner schweren Erkrankung im Jahr 1749 entstanden in seiner Werkstatt 44 Orgeln. Die späteren Werke in Frankenstein und in der Katholischen Hofkirche in Dresden wurden im wesentlichen von seinen Mitarbeitern ausgeführt. Die Leitung des Dresdner Orgelbaus übergab er seinem früheren Schüler Zacharias Hildebrandt.

 

Silbermann starb am 04. August 1753 während der Bauzeit der Dresdner Orgel in seinem Quartier an der alten Katholischen Hofkirche in Dresden.

Sterberegister aus dieser Zeit sind in Dresden nicht mehr vorhanden. Da Silbermann aber seit 1711 Einwohner von Freiberg war, ist im Freiberger Totenbuch vermerkt:

'H. Gottfried Silbermann, Königl. Pohln. Und Churfl. Sächß. Hoff und Landorgelbauer allhier, welcher in seinem Erlöser sanfft und seelig in Dreßden entschlaffen, den 4ten Augusti abends ¼ auf (?) Uhr, deßen entseelter Leichnam ist den 7. Hujus auf dem Johannis-Kirchhoff früh umb 5 Uhr in der Stille beygesetzt worden. Alt 71 Jahr.'

Quartier an der alten Katholischen Hofkirche in Dresden

Quartier an der alten Katholischen Hofkirche in Dresden