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Ruhm und Ehre sind nicht jedem Künstler schon zu Lebzeiten beschieden gewesen. Gottfried Silbermanns Können, seine Leistungen, sein hoher Maßstab, den er sich selbst setzte, wurden bereits von seinen Zeitgenossen bestaunt und bewundert. Das kommt besonders in den 'Orgel-Carmina', den Orgelgedichten, in sehr überschwänglichem Maße zum Ausdruck.
'Wieviel Schriften sind zu lesen, welch Künstler Du gewesen, hochgeehrter Silbermann! - Du wirst ein Künstler stets auch bey der Nachwelt bleiben. Dein Ruhm verwelket nicht, ob Dich der Tod gleich streckt.' Organist Johann Christoph Erselius, Freiberg; 1735 'In unserers Silbermann kunstreich erbauten Sachen, steckt die geheime Krafft, die Tadler stumm machen. Wohlan, berühmter Mann, so weit hast Du gebracht, daß Dich nun vierzigmahl Dein Fleiß berühmt gemacht.' Organist Johann Heinrich Kalb, Ponitz; 1737 'Von eines Künstlers Geist, Erfindung, Fleiß und Hand macht sich hier abermahls ein Meister-Stück bekannt. Man braucht solchen nicht mit Nahmen zu benennen, der edle Silbermann läßt sich durch's Werck erkennen. Der Bau ist ordentlich, vernünftig, nicht gemein, der Klang scharff, lieblich, süß, durchdringend, prächtig, rein die Stimmen ausgesucht, bequem das Wind-Verführen, die Arbeit dauerhafft, anmuthig das Poliren.- Kurtz alles ist allhier nett, künstlich, schön im Spiel, Pedal wohl angelegt, wohl gangbar das Ventil, bey leicht ansprechenden sanfft sinckenden Claviren wird eines spielers Hand Krampf, Schwulst noch Blasen spühren.' Organist Johann Heinrich Kalb, Ponitz; 1737 'Vollkommner Silbermann!, den alle Welt bewundert, weil Du durch Deine Kunst dieselbe hast ermuntert. Fahr fort in Deinem Thun, Dein Nahme wird stets seyn in meinem hohlen Ertz, biß daß Dein Ruhm und Schein in aller Welt erthönt. Gott woll Dich ferner schützen, daß Du dem Vaterland noch lange Zeit kannst nützen.' Organist Johann Ludwig Krebs, Zwickau; 1737 ´Vernehmter Silbermann, Vergönne mir zu schreiben: was du mit Recht verdienst: Dein Ruhm wird ewig bleiben. Den du durch deine Kunst mit ganz geschickter Hand bereits erworben hast in unserem Sachsen Land.' Wilhelm Friedemann Bach, Organist an der Dresdner Sophienkirche; 1736 |

Briefumschlag mit Orgelbriefmarke und Faksimile der Unterschrift