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Andrea Mörke
Stadt Frauenstein
Markt 28
09623 Frauenstein
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E-Mail: andrea.moerke(at)frauenstein.com
Frauenstein auf dem Prüfstand - Erste Ergebnisse der Bürgerbefragung
Wie soll sich das Stadtgebiet von Frauenstein entwickeln? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt der Bürgerbefragung, die im November 2011 die Bürger aus dem Frauensteiner Stadtgebiet umtrieb. Erste (offensichtliche) Ergebnisse liegen nun vor. Das wohl wichtigste Resultat vorneweg. Obwohl es an einigen Ecken klemmt und Dinge auf den Prüfstand gehören: 92 Prozent der Teilnehmer leben gerne im Stadtgebiet und viele empfinden das Stadtgebiet als lebenswert für Familien und Ältere.
Stärken
Die Hälfte der Fragen zielte darauf ab, Stärken und Schwächen des Frauensteiner Stadtgebiets herauszuarbeiten. Schließlich geht es darum, diese Stärken zukünftig auszubauen und empfundene Schwächen auszugleichen.
Positiv bewertet wurden das familiäre Miteinander, die landschaftliche Idylle und das ländliche Flair, aber auch die Ski- und Wanderwege sowie das kulturelle Angebot. Ebenso punktet das Stadtgebiet mit seinem gepflegten und einladenden Äußeren und einer guten Mischung aus Stadtteilen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Als besonders sehenswert für Gäste werden die Burgruine und die Landschaft eingestuft, auch das Gottfried-Silbermann-Museum und die Silbermann-Orgel in Nassau gehören zu den kulturellen Höhepunkten. Besonderen Wert legen die Umfrageteilnehmer darauf, dass Feste und einzelne Stadtteile ebenso zur Besichtigungstour gehören.
Schwächen
Trotz dieser grundsätzlich positiven Bewertung wurde mit Kritik nicht gespart: Auf die Mängelliste setzten die Befragten die schlechte Erreichbarkeit der Gegend und der Stadtteile untereinander, den fehlenden Zusammenhalt und die mangelnde Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt. Schlecht ausgebaute bzw. ungepflegte Rad- und Wanderwege und fehlende Fußwege wurden ebenso gelistet wie fehlende bzw. unzweckmäßige Parkmöglichkeiten, weite Schulwege, eine gefühlte Bevorzugung des Stadtteils Frauenstein und vor allem, dass eine klare Linie zur zukünftigen Entwicklung fehlt.
Wunschkatalog
Obwohl es sich nach Meinung der Umfrageteilnehmer als Familie und älterer Mensch in der Regel gut im Stadtgebiet leben lässt, verwundert es nicht, dass weitere Angebote für alle Altersgruppen gefordert werden. Die Wunschliste ist entsprechend lang. Fehlende Einkaufsmöglichkeiten gelten als größte Schwäche in den einzelnen Stadtteilen. Um weitere Forderungen zu nennen: gepflegte Spielplatzanlagen, aber auch Rad- und Wanderwege, behindertengerechte Eingänge und Verkehrswege sowie Fußgängerüberwege. Straßen- und Weihnachtsbeleuchtung, Bänke und Ruheinseln, Gaststätten, (Fach)Ärzte, Sport- und Freizeitmöglichkeiten in allen Stadtteilen sowie ein Shuttle-Bus zwischen den Stadtteilen vervollständigen den Wunschzettel.
Zukunftschancen
Die Befragten geben ein klares Votum für den Tourismus ab. Dieser verträgt sich nach Meinung Vieler gut mit Kleingewerbe und Handwerk, Kunst und Kultur und mit der Schaffung von Bleibeanreizen für Familien. Eine besonders große Chance wird der Gleichberechtigung der Stadtteile und ihrer Einbeziehung in den Ausbau Frauensteins als Zentrum eingeräumt. Das setzt für die Umfrageteilnehmer aber eine klare Linie zur zukünftigen Entwicklung voraus.
Wie geht es nun weiter?
Diese ersten Ergebnisse zeigen die Abweichungen zwischen dem, wie das Stadtgebiet wahrgenommen wird und dem, wie es sich die Bürger wünschen. Nun gilt es, nach weiterer Auswertung, eine klare Linie zu erarbeiten. Die klare Linie beinhaltet zum einen das "schönklingende" Stadtleitbild, aber auch einen Maßnahmenkatalog, wie das Stadtgebiet und die einzelnen Stadtteile das gesteckte Ziel erreichen können. Zum Verständnis: Das Leitbild ist ein Wunschkatalog der Bürger, wie sie sich das Stadtgebiet in Zukunft vorstellen und an welchen Stellen sie Prioritäten setzen möchten. Ebenso wird es Arbeitsgrundlage für Verwaltung und Stadtrat sein. Klar ist aber, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können. Dennoch dürfen wir uns ehrgeizige Ziele setzen! Die Erarbeitung des Leitbildes und des Maßnahmenkataloges fällt in das erste Halbjahr 2012. Die Umsetzung kann sich je nach Kategorisierung (kurz-, mittel-, langfristige Ziele) über einige Jahre hinziehen. Damit alle Ziele wirklich sinnvoll, machbar und finanzierbar sind, wird in den kommenden Wochen ein Projektteam mit je einem Vertreter eines Stadtteils zusammengestellt. Die Aufgabe dieses Projektteams wird es sein, Zielstellungen zu erarbeiten und diese dann mit Prioritäten zu versehen. Im Anschluss daran beginnt für Stadtrat und Verwaltung die Umsetzungsarbeit.



