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17.5.2012 : 11:44 : +0200

Eine Rad- oder Wandertour zu Bauernhöfen rund um Frauenstein

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen Urlaub oder Aufenthalt in Frauenstein und seinen Stadtteilen entschieden haben oder noch wollen. Neben vielen touristischen Angeboten, über die sie sich sicherlich schon informiert haben, möchten wir Ihnen ein nicht ganz alltägliches Angebot unterbreiten:

Die Frauensteiner Bauernrunde

Sie verspricht einen erlebnisreichen, erholsamen und informativen Tag auf verschiedenen Bauernhöfen unserer Umgebung. Die Frauensteiner Bauernrunde ist sowohl zu Fuß, als auch mit dem Rad zu empfehlen.

Besonders ist diese Tour für Kinder geeignet, die sich auf allen Höfen vieles ansehen oder sogar anfassen dürfen. Es gibt bestimmt auch manch einen, der früher selbst auf Bauernhöfen gearbeitet hat. Dann ist es ja besonders interessant, ein altes Gerät oder Traktoren anzuschauen und dabei mit den Altbauern über vergangene Zeiten zu reden.

Fast alle der aufgeführten Höfe werden noch bewirtschaftet. Meistens haben die jungen Leute die Bauerngüter übernommen und die Eltern und Großeltern helfen natürlich noch mit. Bei dieser Unternehmung sehen Sie nicht nur Bauernhöfe, sondern können auch die wunderschöne Natur genießen und gleichzeitig etwas für Ihre Gesundheit tun.

Bauernhöfe

Wir möchten Sie jedoch bitten, keine "Alleingänge" auf den Höfen zu unternehmen und die Tiere nicht ohne Beisein des Bauern zu füttern! Am besten wäre es, vorher den Hofbesitzer anzurufen und sich anzumelden. Sie können auch Ihre Tour beim Fremdenverkehrsamt anmelden und wir organisieren diesen Tag für Sie.

Wer nicht den ganzen Tag dafür planen möchte, kann die Runde in kleinere Etappen teilen oder einen einzelnen Bauernhof besuchen, wir helfen Ihnen gern!

Nachfolgend möchten wir Ihnen einen Vorschlag unterbreiten, wie so ein Tag mit dem Fahrrad gestaltet werden kann:

 

Vom Frauensteiner Marktplatz aus fahren wir die Teplitzer Straße Richtung Olbernhau/Nassau und erreichen bergab auf der linken Seite den Poststeig (grüner Querstrich). Der auch als Kunstwanderweg neu gestaltete Poststeig führt Sie nach Nassau (4,2 km).

An der Kirche, mit einer Original Silbermann-Orgel , und dem Hotel "Nassauer Hof" vorbei, geht's gleich rechts bergab zum "Geißler-Bauer" (Rechenberger Str. 1, Tel: 037327 7542 oder 20029)

  • Dieser über 150 Jahre alte Vierseithof wird seit 1925 von Familie Geißler bewirtschaftet. Der junge Herr Geißler betreibt mit 16 Milchkühen, 14 Jungtieren und natürlich Hühnern seinen Hof. Sehenswert ist die Kannenmelkanlage und die aus früheren Zeiten stammende Mistbahn, die heute noch genutzt wird.
  • Die Kannenmelkanlage war damals die erste Technik nach dem Handmelken.
  • Der Mist wird auf eine Plattform, die oben an einer Laufschiene befestigt ist, gestapelt und dann über den Hof zum Misthaufen geschoben.
  • Das verlangt Geschick beim Laden und Balance, denn die Plattform wackelt hin und her, und wenn der Mist runterfällt bevor der Haufen erreicht ist, dann ist es: "Mist mit dem Mist".

Vom Geißler-Hof fahren wir entlang der Hauptstraße in Richtung Frauenstein, links bergab die Schäfergutstraße bis rechts zum Abzweig Röthenhübel (roter Querstrich, 2,5 km). (Entlang der Dorfstraße ist der Röthenhübel auch zu erreichen.)

Am Röthenhübel links hinab (grüner Querstrich) zum Bauernhof von Stefan Koch (Dorfstr. 123,Tel: 037327 7183).

  • Stefan ist einer der Söhne der Familie Koch, der den am Hang gelegenen Hof von seinen Eltern übernahm. Über die Weiterführung des Hofes muss er sicher keine Angst haben, den eines seiner acht Kinder wird bestimmt das Familienerbe erhalten.
  • In seinem großen Bauernhof werden 80 Rinder aller Altersgruppen gehalten und 50 Hühner sorgen für frische Eier in der ganzen Umgebung. Die Milchkühe sind in einem neugebauten Laufstall untergebracht und ein Fischgrätenmelkstand erleichtert Herrn Koch das Melken der Tiere. Natürlich sind auch viele alte und neue Geräte zu sehen, so z. B. ein neuer Traktor, aber auch eine alte Kartoffelwäsche.
  • Im späten Herbst, wenn die Schlachtsaison beginnt, wird das hausgeschlachte Fleisch verkauft.

Unsere Wanderung führt uns nun wieder zurück zum Röthenhübel, zur Ratsmühle (grüner Querstrich) hinab, links an der Gimmlitz (roter Querstrich), vorbei an der Bombachbrücke, Walkmühle und der Schillermühle. An der Talsperre Lichtenberg angekommen, geht's rechts hoch nach Burkersdorf. Nach Überqueren der Kreuzung fahren wir die Dorfstraße (Frauensteiner Straße) bis zur Minigolfanlage Göhler.

Gegenüber finden wir den Bauernhof von Ingo Bejsovec. (Frauensteiner Str. 137, Tel: 037326 9326)

  • Er hat den Hof mit viel Aufwand und Liebe zu einem Schmuckstück gemacht. Bei ihm leben sämtliche Tiere, die auf einen Bauernhof gehören, wie Pferde, Kühe, Schafe, Schweine, Enten und Gänse. Die Kühe auf der Weide tragen echte Kuhglocken, die einen angenehmen Klang verbreiten.
  • Seine beiden Dalmatiner erscheinen lebhaft, sind aber zwei liebe Hunde.

Beim Verlassen des Hofes, biegen wir rechts ab und fahren ca. 1,5 km den Ort hinunter bis zur Bushaltestelle "Buttergasse". Auf der linken Seite sehen wir schon eines der früher größten Bauerngüter von Burkersdorf. Das ist das Bauerngut von Dirk und Yvonne Kretzschmar (Frauensteiner Straße 56, Tel: 037326 84299)

  • Dieses junge Ehepaar ist dabei, den großen Hof wieder zum Leben zu erwecken. Den Großeltern von Yvonne gehörte damals dieses Bauerngut.
  • Man sieht schon an der Modernisierung des Wohnhauses, dass die beiden mit viel Liebe und Ideen ihre Zukunft geplant haben.
  • Zum Anwesen gehören 34 ha Land, 30 Schafe, 16 Rinder, Katzen, Kaninchen und wie fast auf jedem Bauernhof ein lieber Hund.
  • Mit kräftigem Gebell freut er sich über jeden, der den Berg hinauf kommt. Aber Hunde, die bellen, beißen nicht, trifft bei ihm genau zu.
  • Frau Kretzschmar hat neben der vielen Arbeit noch ein Hobby, welches sie trotz Zeitmangel sehr intensiv betreibt.
  • Sie beschäftigt sich mit Heilkräutern und hat einen Kräutergarten angelegt, den sie Ihnen gern zeigt und erklärt.
  • Saisonbedingt verkaufen sie dann im Herbst Produkte aus der Eigenschlachtung.
  • Noch ein Tipp für Kinder!
  • Kretzschmar´s haben den größten Heuboden auf unserer Tour! Na das ist doch was?!

 

Wer es dennoch schafft, die Kinder zur Weiterfahrt zu bewegen, kann sie trösten, es gibt noch mehr zu erleben auf unserer Tour. Von Kretzschmar´s fahren wir links ca. 1 km bis zu Frau Kaden (Frauensteiner Str. 15,Tel.: 037326 7137)

  • Als "diplomierte Bäuerin" versteht sie etwas von Tierzucht. Sie züchtet Rinder, die auch in der kalten Jahreszeit draußen bleiben und nur mit Unterständen auskommen. Auf ihre Elitezucht ist Frau Kaden sehr stolz.
  • Auf den Weiden grasen 3 Limousinkühe, 1 Gallowaybulle und 8 Gallowaykühe und Kälber. Mit ihren Kleinpferden und einem Pony betreibt sie professionelle Westernreiterei. Sie hat schon einige Erfolge damit erzielt und zeigt Ihnen gern was ihre Pferde können. Vielleicht dürfen Sie es ja selbst mal ausprobieren!

Hinter dem Hof von Frau Kaden verlief früher die Bahnstrecke von Frauenstein nach Klingenberg. Heute ist daraus ein schöner Rad- und Wanderweg entstanden, auf dem wir jetzt nach Kleinbobritzsch fahren. Nach ca. 200 m erreichen wir eine alte Bahnstation, die Familie Rüger für Rastsuchende liebevoll gestaltet hat. Der Ausblick und die Idylle sind einmalig.

Weiter an der Kirche Burkersdorf vorbei, bis zum Turmberg, erreichen wir nochmals einen Aussichtspunkt, auf dem ein malerischer Eindruck des Osterzgebirges auf uns wirkt. Geradeaus weiter durch den Wald, bis zur ehemaligen LPG-Straße, dann links, fahren wir direkt nach Kleinbobritzsch. Beim Rundblick sehen wir das Schloß, die Burgruine und Kleinbobritzsch.

Die Dorfstraße rechts hoch kommen wir am Hotel "Fürstenthal" vorbei. Gegenüber befindet sich die alte Dorfschmiede.

Herr Liebscher mit 74 Jahren arbeitet täglich in seiner Schmiede und zeigt Ihnen gern Amboss, Schmiedefeuer und andere Arbeitsgeräte, mit denen er seit über 50 Jahren Tag für Tag arbeitet.

  • Wenn Sie Glück haben, kann man "unserem Kurt", wie ihn alle liebevoll nennen, sogar beim Beschlagen eines Pferdes zusehen.
  • Sie werden staunen, wie geschickt und schnell er diese wirklich schwere Arbeit verrichtet und nebenbei immer zu Späßen aufgelegt ist.
  • Die Dorfsschmiede war früher schon Treffpunkt aller Bewohner des Ortes. Bis heute wird in der Silvesternacht 24.00 Uhr, das "Glückshufeisen" von "unserem Kurt" selbst geschmiedet.

Aber nun auf zum letzten Bauernhof unserer Tour. Wir radeln weiter Richtung Frauenstein bis zum Geburtshaus von Gottfried Silbermann. Vor dem Haus geht es rechts einen Weg hoch zum Bauernhof Werner Küchenmeister (Freitaler Str. 31, Tel.: 037326 9831)

  • Sein sehr gut erhaltener Dreiseithof hat viele interessante Sachen versteckt. Vom Heuaufzug über Pflug, Kastenwagen und einem alten Haumaschinenmesserschleifer zeigt Herr Küchenmeister sein 1940 gebauten Lanz Bulldog, der noch funktionstüchtig ist und mit dem Lenkrad angelassen wird. Dieser Traktor, ein Prunkstück, ist sein ganzer Stolz.
  • Als ich ihn das erstemal besuchte, musste ich schmunzeln, als er seinen Lanz erst mit dem Lappen abwischte, ehe er ihn mir vorführte.
  • ....und sein Leuchten in den Augen verriet, dass er trotz schwerer, manchmal aussichtsloser Zeiten, mit Leib und Seele Bauer ist.
  • Aber das werden Sie sicher selbst feststellen, wenn er Sie über den Hof führt, vor dem alten Flurplan, der noch von seinem Vater stammt steht und über sein Leben erzählt.

Nun treten wir die letzte Etappe unserer Tagestour an. Die Straße nach Frauenstein über das Hofefeld ist zwar anstrengend, aber der Blick zum Schloß und die Aussicht über das Tal entschädigt.

In Frauenstein angekommen, haben wir die Möglichkeit Klemm´s Hofladen zu besuchen. (Reichenauer Weg 18, Tel: 037326 9645) Anmeldung erforderlich!

  • Herr Klemm bietet aus eigener Schlachtung Rind- und Wildfleisch von bester Qualität an. Feinschmecker wissen sein Angebot zu schätzen.
  • Da Herr Klemm selbst Jäger ist, kann er so manche Geschichten über seine Jagderlebnisse erzählen. Aber passen Sie auf, ein bischen Jägerlatein ist immer dabei.

Ich glaube, für heute haben wir genug gesehen, erlebt und einen kleinen Einblick in die Arbeit der Landwirtschaft bekommen. Mit Freude haben Sie sicherlich bemerkt, dass junge Leute die Liebe zum Beruf des Landwirts wieder entdecken.

Das Sprichwort:

    "So wie die Alten sungen,
    so zwitschern auch die Jungen!"

behält somit seine Gültigkeit.

Das wir Erzgebirgler ein nettes, freundliches Völkchen sind, haben alle Beteiligten hoffentlich bewiesen. Wir wünschen uns, das dies nicht Ihr letzter Besuch bei uns war.

Wir wissen, dass die "Frauensteiner Bauernrunde" ein Tag voller Erlebnisse ist, aber auch Durchhaltevermögen verlangt. Deshalb möchten wir Sie dafür belohnen:

Bringen Sie uns einfach, von jedem besuchten Bauernhof eine Unterschrift des Bauern mit und wir überreichen Ihnen ein Erinnerungspräsent.

Wenn es Ihnen gefallen hat, sagen Sie es bitte weiter, und wenn nicht, dann sagen Sie es uns! Hier noch einmal die Aufstellung der Entfernungen, aber bedenken Sie, dass Sie im Mittelgebirge sind:

  • Frauenstein-Nassau: 5,4 km
  • Nassau-Röthenhübel: 3,5 km
  • Röthenhübel-Ratsmühle: 1,8 km
  • Ratsmühle-Schillermühle: 6,2 km
  • Schillermühle-Bejsovec: 2,6 km
  • Bejsovec/Kretzschmar/Kaden: 2,2 km
  • Kaden-Kleinbobritzsch: 6,3 km
  • Kleinbobritzsch-Frauenstein: 2,3 km
  • Gesamt km: 30,3 km

 

Informationen: Stadtverwaltung Frauenstein
Fremdenverkehrsamt
Markt 28

09623 Frauenstein

Tel: 037326 9335
E-Mail: fva.frauenstein@freenet.de