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Wintersportgeschichte von Frauenstein:

In den 1920er Jahren begann auch im Osterzgebirge die Zeit, wo es immer mehr Sportvereine in den Wintersport trieb.
Eine Werbung zur „Perle des Osterzgebirges“ lautete:
„Schönstes Skigelände mit langen Abfahrten direkt am Ort. Skikurse und Rodelbahn…“

Die Skier kamen Ende des 19. Jahrhunderts aus Skandinavien zu uns…
In Frauenstein bauten vor allem die Stellmachermeister Oswald und Ewald Preißler die „Schneeschuhe“ (wie sie damals hießen) und Rodelschlitten.

Johannes Georg Neuber, ein Individualist und Enthusiast, baute 1923 die Sprungschanze an der Burgruine Frauenstein, 1937 die Sprungschanze „Grünschönberg“ an der Illingmühle und die „Flugschanze“ im Weißeritztal bei Röthenbach. Er baute nach Gefühl und zog mit einer Blechmulde den abzutragenden Boden talwärts. In nicht enden wollenden Arbeitsschritten formte er so ein Schanzenprofil, das seinen Vorstellungen entsprach. K-Punkt und andere Fachbegriffe waren ihm unbekannt. Doch die Sportler nahmen seine Arbeiten sofort an und das war sein schönster Lohn. In den ersten Jahren sprang er auch noch selbst.

Am 1.6.1923 gab es einen Beschluss des sächsischen Skiverbandes, in Frauenstein eine Sprungschanze zu errichten. Weder der Verband noch der örtliche Skiverein hatten das Geld von 300.000 Mark, die in der Inflationszeit der Bau kosten sollte oder könnte. So übernahm die Stadtkasse „bis auf Weiteres“ die Kosten. Das sächsische Finanzministerium genehmigte die Überlassung der Abteilung 22 des Forstreviers für den Bau einer „Sprunghügel-Anlage“.

Am 11.09.1923 gab es Beschlüsse, um das Bauende zum Beginn der Wintersaison abzusichern. Die Stadt leistete die Zuschüsse, die Mitglieder des Skivereins und weitere Unterstützer bauten die „Laufbahn“ der Schanze. Die Arbeitslöhne beliefen sich auf 460 Milliarden Mark (Inflation).

Vom 05. bis 06.01.1924 gab es den Kreiswettlauf des Kreises „Osterzgebirge“, Langläufe, Militärlauf, Abfahrtslauf, Jugendspringen am kleinen Hügel an der Schlosswiese und Sprunglauf an der großen Schanze im Park.
Zu diesem Anlass wurde die Parkschanze auf den Namen ihres Erbauers
„Johannes-Georg-Neuber-Schanze“ getauft. „Ski Heil, Heil, Heil“ ertönte.
Strenge Kälte und tiefer Schnee und Sonntagssonnenschein hatte ca. 400 Personen mit Sonderzügen nach Frauenstein gebracht. Die wesentliche Organisation lief über die örtlichen Vereine und soll sehr toll gewesen sein.
Auch die damals schon vorhandenen „hartgesottenen Nörgler und Zweifler“ sahen, wie Frauenstein in die Reihe der Wintersportplätze eingetreten war.

Dann kam der verherende Weltkrieg und mit seinem Ende der Wunsch nach körperlicher Betätigung, Höher-Schneller-Weiter. Damit die Schanze atraktiv wurde, war schon zum Bau die Einsturzstelle in der Burgmauer erweitert und der Anlauf zur Zisterne (fälschlich Brunnen genannt) entstanden. Damals gab es keine denkmalsschützerischen Einwände. Die kamen in den 1970er Jahren und führten zur Einstellung des Sprungbetriebes und zur Schließung der Ringmauer im Jahre 2001.

Link zu Fotos der Baugeschichte „Schanze
Link zu technischen Daten der „Neuber-Schanze
Link zu technischen Daten der „Röthenbacher Flug-Schanze
Link zu Fotos der Wintersportgeschichte „Wintersport“ (in Arbeit)

In der Schule und im Trainingszentrum Skilanglauf wurden bis 1991/92 wintersportliche Kämpfe organisiert und durchgeführt. Durch fehlenden Liftbetrieb gab es keinen Abfahrtslauf mehr, die Sportler fahren nach Holzhau, Hermsdorf oder Rehefeld. Für den Langlauf sind mehrere Laufrunden bei stabilem Winterwetter gespurt.